Die Ausgangssituation
Jochem Douma ist Professor für Christliche Ethik. Bis zu seiner Emeritierung lehrte er an der theologischen Universität in Kampen (Niederlande). In den letzten Jahren hat er sich in seinem Heimatland aktiv in die öffentliche Debatte über die Bedeutung des Schöpfungsberichtes eingemischt, was den meisten von uns hier in Deutschland so gar nicht bekannt war.
Einen ersten Überblick zu Doumas Position und den entsprechenden Veröffentlichungen hatte ich kürzlich in einem anderen Artikel gegeben, der in einer überarbeiteten Fassung über meine Homepage zugänglich ist:
Jetzt hat sich Jochem Douma erneut zu seiner Haltung in der Genesis-Debatte geäußert. Am 14.8. 2010 veröffentlichte er dazu über seine Homepage einen Kommentar. Den Text drucken wir hier in deutscher Übersetzung ab. Darin setzt sich der Theologe mit einem Vorwurf auseinander, der in der aktuellen niederländischen Diskussion ihm gegenüber offensichtlich häufiger erhoben wird:
Einige Male wurde ich gefragt, wie es sich verhält mit meiner Exegese von Genesis 1. Ich würde Genesis 1 nicht wörtlich auffassen.[1]
Wir sind also nicht die einzigen, die sich mit dieser Frage beschäftigen – und wir haben diese Debatte nicht erfunden.
Auch in seinem jüngsten Beitrag deutet Jochem Douma Genesis 1 als das Produkt eines Schreibers, der „von den Dingen aus(ging), die er um sich sah“ und diese „Beschreibung der Schöpfung in einen Rahmen der durch Gott gewollten Arbeitswoche mit dem Sabbat am Ende davon“ stellte. Damit werde unter der Leitung des Heiligen Geistes „Zeugnis abgelegt von Gottes Schöpfung“ und die „Botschaft“ verkündet, „wer Gott der Schöpfer ist und welches der außergewöhnliche Platz des Menschen in Gottes Schöpfung ist“.[JD 2]
Damit macht Jochem Douma zugleich deutlich, daß wir in Genesis nichts über die Frage erfahren, WIE denn die Welt entstanden ist. Wer darüber etwas wissen will, bekommt es „mit dem anderen Buch zu tun, aus dem wir Gott kennen lernen: aus der Schöpfung“ [JD 4]. Dieses Buch zu entziffern, sei Aufgabe der (Natur-)Wissenschaft, „die über Mittel verfügt, von denen die Menschheit bis vor wenigen Jahrhunderten nur träumen konnte“ [JD 7].
Dennoch, und das erstaunt den Leser zunächst, betont Douma mehrfach, er wolle Genesis 1 „vollständig wörtlich“ auffassen [JD 1], daß er „einer wörtlichen Auslegung von Genesis anhänge“[JD 3], Gottes Offenbarung werde „wörtlich ausgelegt“[JD 8]. Dies nicht zu tun, hatten ihm die Kritiker ja gerade vorgeworfen, haben sie ihm damit etwa Unrecht getan? Was meint Jochem Douma mit „wörtlich“?
1. Was meint Douma mit „wörtlichem“ Verständnis?
In allen drei Fällen läßt der Verfasser seinem Postulat eine Einschränkung vorausgehen, die sich für sein Verständnis von Genesis als folgenreich erweisen soll. Die Einschränkung lautet: Als Gläubiger und als Theologe …
…fasse ich Genesis 1 vollständig wörtlich auf [JD 1]
…hänge ich einer wörtlichen Auslegung von Genesis 1 an [JD 3]
…lebe ich aus der Offenbarung … in Genesis 1, wörtlich ausgelegt [JD 8].
In welcher Hinsicht gilt das dann nicht? (Als wer oder was nicht…?) Unter welchem anderen Aspekt ist Genesis nicht wörtlich zu nehmen? Auch dazu äußert sich Douma in diesem Kommentar wiederholt und schließlich zusammenfassend im letzten Absatz:
Spreche ich über das Nicht-Wörtlich-Nehmen von Genesis 1, dann denke ich an das gute Recht des Studiums des Buchs der Schöpfung, wobei (christliche) Wissenschaftler zu Schlussfolgerungen kommen, die wir sicher nicht aus Genesis 1 und anderen Teilen der Schrift ableiten können.[JD 8]
Das heißt: wenn es um die Frage geht, WIE die Welt entstanden ist, wenn wir uns den Vorgängen in der Natur und Geschichte zuwenden (denn Entstehungsforschung ist immer auch Geschichtsforschung und Rekonstruktionsbemühung), dann hat uns Genesis nichts mehr zu sagen. Zu diesen Themen können wir aus Genesis 1 keine wörtlich zu nehmenden Sach-Informationen erwarten. Dafür kommt es nur darauf an, „das andere Buch“, die Schöpfung, zu studieren. Und in dem Bereich, so Douma, ist die Bibel nicht kompetent, will sie gar nicht kompetent sein, erhebt sie keine Ansprüche. Hier gilt dann „das gute Recht“ der Naturwissenschaft, die nicht durch wörtlich verwendete Bibeltexte bevormundet werden darf. Wo das dennoch versucht wird, sieht Douma die Gefahr des „Fundamentalismus“ am Horizont. [3]
2. Das eigene Recht der Wissenschaft
Hier, bei der Deutung der Natur und wissenschaftlicher Zusammenhänge, ist nach Jochem Douma dann selbst der (christliche) Wissenschaftler nicht mehr an biblische Vorgaben gebunden. Natürlich gilt auch ihm die oben dargestellte geistliche „Botschaft“ von Genesis 1, daß und wer Gott der Schöpfer ist und welche spezifische Würde dem Menschen zukommt.
Aber der Wissenschaftler hat auch mit dem anderen Buch zu tun, aus dem wir Gott kennen lernen: aus der Schöpfung, Unterhaltung und Regierung der ganzen Welt. [JD 4]
Und wenn der Wissenschaftler sich auf dieses Feld begibt, dann wird er, so postuliert Jochem Douma, feststellen, dass hier sachliche Widersprüche zu den Aussagen der Genesis unvermeidlich sind. So benennt Jochem Douma Textzusammenhänge, in denen nach seiner Auffassung der Genesis-Text, wenn man ihn wörtlich als Geschichtsbericht verstehen würde, allgemein gültigen naturwissenschaftlichen Befunden widerspricht.
Und dann scheint sich das Bild, das Meteorologen, Astronomen u.a. von der Welt skizzieren, anders zusammenzusetzen als das Bild [Hervorhebung WN] aus Genesis 1. Schon Calvin hatte dafür ein Auge, als er in seiner Auslegung von Genesis 1 anmerkte, dass darin von zwei großen Lichtern gesprochen wird (Sonne und Mond), aber dass die Astronomen zu Recht sagen können, dass der Planet Saturn größer ist als der Mond! So wissen wir heute, dass die Sterne sich nicht an einem Firmament um die Erde befinden, aber Teile sind von eigenen „Welten“ mit unmessbaren Entfernungen von der Erde. Die Entfernungen sind so gewaltig dass wir über Millionen, ja Milliarden Jahren sprechen können von dem Werden von vielen Galaxien bis zu dem Augenblick an dem wir das Licht davon empfangen. [JD 5][4]
In diesen Zeilen („anders als das Bild aus Genesis 1“) wird suggeriert, die Bibel sage, „daß die Sterne sich … an einem Firmament um die Erde befinden“, obwohl „wir heute“ natürlich wissen, wie es sich wirklich verhält. Wie viele Schüler haben solche Behauptungen über die Bibel von ihren Religionslehrern zu hören bekommen. Dabei haben bibeltreue Alttestamentler längst aufgewiesen, daß der biblische Text nicht einer solchen Vorstellung verhaftet ist, schon gar nicht im Sinne eines ptolemäischen Weltbildes. Allerdings: Wäre der sog. „Schreiber“, wie Douma ihn versteht, von einem solchen Weltbild ausgegangen, hätte man entsprechende „Fehler“ erwarten müssen.
Auch an einem zweiten Punkt weiß es der heutige Zeitgenosse, so Douma, besser als die Bibel [Hervorhebungen WN]:
Obendrein wissen wir, dass neue Sterne sich bilden und alte Sterne zugrunde gehen. Wir wissen auch, dass die Erde nicht im Mittelpunkt des Universums steht, noch nicht einmal im Mittelpunkt der Galaxie in der wir wohnen. Das ist auch anders als das Bild in Genesis 1, nach dem die (alle) Sterne am Himmelgewölbe am vierten Tag geschaffen wurden. [JD 6]
Hier wird behauptet, in Genesis begegneten wir einem geozentrischen Weltbild - obwohl doch der Text dies überhaupt nicht aussagt, wenn man ihn nicht von vornherein in ein zeitgebundenes Weltverständnis hineinpresst. Zu den exegetischen Einzelheiten wäre noch vieles anzumerken, was aber den Rahmen unserer Untersuchung sprengen würde und deshalb an anderer Stelle geschehen soll.
3. Konfliktverhinderung – Entflechtung zwischen Bibel und Wissenschaft
In diesen Zitaten fällt auf, daß Douma im Hinblick auf die Aussagen von Genesis jeweils (nur) von einem „Bild“ spricht und bestreitet, daß der Text den Anspruch erheben wolle,, eine historisch relevante Sachaussage zu übermitteln.
Angesichts solcher „Entflechtung“ der Zuständigkeitsbereiche (hier geistlich theologisch, dort geschichtlich-naturwissenschaftlich) bereiten die vermeintlichen Sachwidersprüche zwischen Bibeltext und Weltwissen dem Christen dann auch keine Probleme mehr. Er muß das „wörtliche“ Verständnis der Bibel ja nur als „Gläubiger und Theologe“ ernstnehmen, nicht aber im Hinblick auf die harten Fragen von Natur, Geschichte und Wissenschaft. Deshalb macht es Jochem Douma auch nichts aus, wenn
Wissenschaftler zu Schlussfolgerungen kommen, die wir sicher nicht aus Genesis 1 und anderen Teilen der Schrift ableiten können. [JD 8]
Mit solchen Aussagen wird der Konflikt verharmlost. Ein Problem entsteht nicht dort, wo naturwissenschaftliche Aussagen zusätzliche Informationen zur biblischen Weltbeschreibung formulieren – sondern dort, wo sie dem biblischen Befund widersprechende Postulate aufstellen. Dann stellt sich die spannende Frage. Wer hat recht? Zu dieser Frage läßt es Douma aber gar nicht erst kommen, da er von vornherein dem biblischen Text die Absicht bestreitet, relevante Informationen über Natur und Geschichte vermitteln zu wollen. Nur unter dieser Voraussetzung kann sein schiedlich-friedlicher Entflechtungsversuch gelingen.
4. Ergebnis: Der Verlust des Literalsinns
Aber damit kann Douma dem Bibeltext nicht gerecht werden, anders formuliert: er gerät in Konflikt mit dem Literalsinn von Genesis 1. Der Text selbst ist eben kein Schöpfungshymnus, sondern erfüllt sprachlich die Bedingungen eines Schöpfungs-Berichtes. Das gilt übrigens auch für seine Aussagen über die Schöpfungstage. Nur unter dieser Voraussetzung konnte der Dekalog die Zuordnung von 6-Tage-Woche und Sabbatruhe in der Form begründen, wie wir es in 2. Mo. 20,10-11 vorfinden. Die Bibel beansprucht, daß dieser Text mit Gottes eigenem Finger geschrieben worden sei (2. Mo 31,18; 5. Mo 9,10; vgl. 2. Mo 24,12; 32,15-16). Welche verbindlichere Orientierung zur Hermeneutik von Genesis 1 könnte es noch geben?!
Damit haben wir gezeigt, daß Douma den Text von Genesis 1 definitiv nicht „wörtlich“ im eigentlichen Sinne versteht. Das heißt: Er läßt den Text nicht sagen, was dessen Wortsinn (Literalsinn) fordert. Genesis 1 darf nicht sagen, WIE die Welt entstanden ist, obwohl der Text dies sprachlich intendiert und auch durch den Dekalog eindeutig in diesem Sinne aufgenommen wird.
Die neun niederländischen Pastoren haben in ihrem besorgten Brief an Douma gerade darin eine Bevormundung des Bibeltextes erkannt:
„Apparently it [der Text von Genesis 1] does not say what it says. Do we have to read, not what is written but what, according to our human judgment, we can make of it? Scriptural authority gives way to our understanding of Scripture.”[5]
Wohl bezeichnet Douma Genesis 1 als „Offenbarung“ [JD 8], aber diese Offenbarung enthält keine Informationen über reale Vorgänge und geschichtliche Zusammenhänge.
Statt dessen beschränkt Jochem Douma die Zuständigkeit von Gen 1 auf ein „Bild“, auf eine „Botschaft“ über das Schöpfersein Gottes und die Stellung des Menschen in der Welt. Innerhalb dieses Bildes, innerhalb dieser Erzählung (die keinerlei historischen Anspruch mehr hat) kann Douma dann „wörtlich“ alles stehenlassen, was der „Schreiber“ sagt. Aber das kostet ihn auch nichts mehr. Und es trägt für die Diskussion um Genesis auch nicht mehr viel aus.
Um es mit einem etwas zugespitzten Vergleich zu sagen, was man mir nachsehen möge: Nachdem ich klargestellt habe, daß es sich bei „Dornröschen“ um einen „fiktionalen Text“ handelt, der keinerlei historische Relevanz beansprucht, fällt es mir anschließend leicht, „wörtlich“ daran festzuhalten, daß die Königstochter nach hundertjährigem Schlaf von einem Prinzen wachgeküßt wird. Kein Naturwissenschaftler wird mir daraus einen Vorwurf erheben. Weil wir alle gemeinsam wissen, daß die von mir zugestandene „Wörtlichkeit“ sich nur auf das Märchen als solches bezieht, nicht aber auf den darin berichteten Vorgang als reale Möglichkeit.
5. Über Genesis hinaus – hermeneutische Konsequenzen
Unsere Untersuchung hat gezeigt, daß es sich bei der verhandelten Problematik nicht nur um eine exegetische Einzelfrage, sondern um folgenreiche hermeneutische Entscheidungen handelt.
Dabei wird eine Struktur deutlich, die von den Beteiligten wahrscheinlich nicht intendiert ist, die aber als Eigendynamik droht – sobald man sich vom Literalsinn eines anstößigen biblischen Berichtes entfernt.
a - Zunächst wird der Anspruch des Bibeltextes, über wirklich Geschehenes zu berichten, in Frage gestellt.
b - Damit ist der Weg frei, einen sachlichen Widerspruch zwischen Aussagen des Bibeltextes und vermeintlich gesichertem Erfahrungswissen (oder „wissenschaftlichen Erkenntnissen“) zu postulieren, bzw. hinzunehmen. Weil der Text dazu ja gar nichts sagen „will“, ensteht auch kein Konflikt. Damit ist die Tür zur Sachkritik an biblischen Aussagen geöffnet und die Irrtumslosigkeit der Bibel – wie sie von der Chicago-Erklärung verstanden wird – grundsätzlich in Frage gestellt.
c - In der Folge kommt es zu einer Dichotomie (Aufspaltung) zwischen altem Text und moderner Wirklichkeit, oder allgemeiner formuliert: zwischen Glauben und Denken, Theologie und Naturwissenschaft/Geschichte, biblischem Weltverständnis und säkularer Realität.
d - Schließlich verliert die Bibel ihre Deutungshoheit über das Ganze unseres Denkens und Entscheidens. Der christliche Wissenschaftler muß seine Haltung in den Fachdiskussionen (etwa zum Thema „Lebensentstehung“) nicht mehr vor der biblischen Weltsicht verantworten. Wie er zu Fragen des Urknalls oder des Alters der Erde steht, hat nun nichts mehr zu tun mit seiner Loyalität gegenüber der biblischen Weltdeutung. Wenn die Bibel auf diesen Feldern keine Ansprüche erhebt, gibt es für den Christen auch keine biblische Gewissensbindung.
e - Ein solcher Rückzug beschleunigt die Verselbständigung unseres Umgangs mit der Welt gegenüber biblischer Korrektur. Dabei kann leicht in Vergessenheit geraten, daß die beiden von Douma benannten „Bücher“ – Bibel hier, Schöpfungswirklichkeit dort – keine gleichwertigen Quellen sind. Gottes Wort ist irrtumslos und völlig zuverlässig. Die Schöpfung dagegen ist von den Folgen des Sündenfalls gezeichnet und voller Gebrochenheit. Ebenso leidet die wissenschaftliche Erforschung der Weltwirklichkeit an den Folgen des Sündenfalls (auch bei christlichen Wissenschaftlern) und erweist sich immer wieder als anfällig für Irrtümer und ideologische Verzerrungen. Deshalb ist vieles, was als wissenschaftlich gesichertes Wissen daherkommt, schon aus erkenntnistheoretischen Gründen unter Ideologieverdacht zu stellen. Die Bibel kann ihren ideologiekritischen Zugriff aber nur dann entfalten, wenn die Spannung – etwa zwischen biblischem und evolutionistischem Geschichtsbild – nicht vorzeitig durch ein Entflechtungsverfahren aufgelöst wird. Auch darum ist es notwendig, am Real- und Literalsinn biblischer Geschichtsberichte festzuhalten.
6. Postscriptum: Das ermutigende Vorbild der „Studiengemeinschaft Wort und Wissen“
Die interdisziplinär ausgerichtete Studiengemeinschaft Wort und Wissen hat das Problem einer Dichotomie zwischen Glaubenszugang und naturwissenschaftlicher Bemühung konsequent thematisiert.[6] Auch in der praktischen Forschungsarbeit konnte gezeigt werden, daß ein Ernstnehmen des Literalsinns von Genesis sich als fruchtbare Voraussetzung naturwissenschaftlicher Forschung erweist. Diese Grundhaltung muß keineswegs zum Verlust erkenntnistheoretischer Differenzierung führen, sondern bewährt sich als ideologiekritische Sensibilisierung.
In den Grundsätzen von Wort und Wissen bekennen sich die dort zusammengeschlossenen Natur-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler zu folgenden Grundsätzen:
Unsere Mitarbeiter vertreten die biblische Schöpfungslehre. Wir vertrauen Jesus Christus als Sohn Gottes und der Bibel als Wort Gottes an den Menschen. Das Verständnis des Menschen als Geschöpfe Gottes und des ganzen Kosmos als Schöpfung betrifft nach unserer Überzeugung auch alle Wissenschaften, die sich mit dem Menschen und der ganzen Schöpfung und ihrer Geschichte befassen …
Zum Verständnis der Genesis-Texte heißt es dort:
Die biblischen Schilderungen der Urgeschichte im Buch Genesis werden als historisch zuverlässig betrachtet. Das heißt, sie werden nicht nur theologisch verstanden, sondern auch als zwar nicht detaillierte, aber allgemeinverständliche, wirkliche Beschreibungen grundlegender Ereignisse der Schöpfung und Urzeit. Es handelt sich also um Texte, die auch bezüglich ihrer Aussagen über die Natur zutreffend sind, aber es sind keine naturwissenschaftlichen Texte (z.B. mit einer spezifisch-exakten Fachsprache) im neuzeitlichen Sinn. Auf der Grundlage eines theologisch-heilsgeschichtlichen Verständnisses der gesamten Bibel wird versucht, naturwissenschaftliche Daten, welche die Herkunft der Welt und des Lebens betreffen, im Kurzzeitrahmen der biblischen Urgeschichte zu deuten (…)
An diesen Vorgaben wird eine bibeltreue Theologie sich messen lassen müssen.
— Dr. Wolfgang Nestvogel (Hannover, August 2010)
[1] Zitiert nach der deutschen Übersetzung. Die Unterteilung durch eckige Klammern [JD 1] usw. habe ich nachträglich eingefügt, um das Auffinden der Zitatstellen zu erleichtern. [2] Die Zitate stammen aus Abschnitt [2] der deutschen Übersetzung. [3] Vgl. dazu die Belege und Erläuterungen in meinem Brief an die Studenten, S. 5. [4] Douma scheint zu übersehen, daß es hier um ein Entfernungsmaß und nicht um ein Zeitmaß geht. [5] Opmerkingen bij visies on Genesis 1, S.9. Übersetzung nach Driessen et al, S.3. (Das Zitat findet sich bereits in meinem Brief an die Studenten, S. 4.) [6] Zum Selbstverständnis und Forschungsansatz siehe www.wort-und-wissen.de.
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